Drei Monate. So ziemlich auf den Tag genau. Ja - drei Monate dauerte es in etwa, bis friedliche Ruhe einkehrte. Ruhe, sofern das geht mit drei Kindern. Aber zumindest jene Art von Ruhe, die ich mir so sehr wünschte. Für mich, für meinen Mann, für meine großen Kinder und natürlich - für Joel. Hier schrieb ich noch in einem Beitrag darüber, wie hart es ist, aber wie sehr man gleichzeitig auch an der Situation wächst. Und ich freute mich unheimlich darüber, als ich die vielen Mails und Nachrichten von Frauen las, denen es gerade in dem Moment genau so ergeht und denen ich Mut mit meinem Text machte. Ich freute mich über Zeilen von Müttern, die die Zeit schon hinter sich hatten, und wiederum mir Mut machten. 

Zu dem Zeitpunkt, als ich den Beitrag schrieb, waren wir mittendrin. Und so optimistisch ich auch war, es waren auch wieder Tage dabei, in denen ich weinend verzweifelte. Rückblickend weiß ich nun: wie auch immer man es meistert, alles ist erlaubt. Weinen, verzweifeln, nicht mehr können, Hilfe annehmen, um Hilfe bitten, Schwäche zugeben und zusammen halten.


Es war eine anstrengende Zeit, das steht fest. Und so sehr ich die drei Wörter "es geht vorbei" hasste - denn ich hörte sie einfach so oft, und doch halfen sie in dem Moment so wenig - es war tatsächlich so: es ging vorbei. Ganz plötzlich, von einem Tag auf den anderen. Und heute kann auch ich all jenen Frauen, die gerade in dem Moment in der selben lauten Situation stecken, nur sagen: es geht vorbei, versprochen!! Am liebsten würde ich alle diese Frauen fest in den Arm nehmen, denn ich kann noch so gut fühlen, wie es ist. Und so hoffe ich, dass meine Beiträge hier etwas Mut schenken können. Mit meinen Worten und mit ein paar kleinen Helfern, die uns unterstützend durch die Schreizeit begleiteten:

  • Das war der CosyMe, der Joel die Enge schenkte die er noch aus meinem Bauch kannte. Er liebte es darin und ich wusste gleichzeitig, er ist darin gut und kuschelig aufgehoben. Außerdem war es toll, dass ich ihn darin schunkeln konnte, und wenn er tatsächlich mal kurz eingeschlafen ist, schnell ablegen konnte und er nicht gleich wieder aufwachte, weil sich der Untergrund veränderte. Versteht ihr was ich meine? Nur nächtliches Stillen im Liegen funktionierte damit leider nicht so gut. 
  • Enge und gleichzeitig Nähe inklusive das Geräusch meines klopfenden Herzens schenkte ihm auch das Tragetuch. Obwohl ich ein eher Fan von festen Tüchern bin, fand ich gerade anfangs ein elastisches Tuch unheimlich praktisch. So musste ich nach jeder Stillmahlzeit nicht jedes mal wieder neu binden. Die liebe Alex von Little Wombat - einst selber Mama eines Schreibabys - schickte mir  zur Geburt von Joel netterweise eines ihrer Tücher und ich kann sie von ganzem Herzen empfehlen. 


  • Eine Federwiege! Unbedingt! Denn irgendwann will man nicht mehr mit schreiendem Baby am  Gymnastikball sitzen. Und irgendwann geben auch die stärksten Waden und Arme nach. Wir kauften uns eine von Nonomo. Auch hier: kann ich absolut empfehlen. Wir fanden sie übrigens gebraucht - da gibt es jede Menge auf diversen Kleinanzeiger-Seiten - somit auch eine leistbare Investition. Auf den viel gelobten Motor verzichteten wir allerdings. Einfach aus dem Grund, dass wir nicht in Versuchung kommen, Joel ständig nur darin zu beruhigen. Er sollte außerdem eines Tages auch ohne wippen schlafen können. 
  • Und zu guter letzt - der Osteopath. Neben der Zeit, die Joel einfach brauchte hier anzukommen, bin ich mir sicher, dass der Osteopath den letzten Funken für Joels Entspannung beisteuerte. Es war tatsächlich so, dass wir genau einen Tag nach der Behandlung eine extreme Erstverschlimmerung hatten. Und wenn ich sag 'extrem', dann mein ich e x t r e m. Halleluja! Aber danach ging es ganz schleichend immer besser. Dazu kann ich tatsächlich jeder verzweifelten Mama nur raten. Und ich denke, ich werde sogar für all meine Kinder regelmäßig Termine vereinbaren. Und für mich! Übrigens sind die Warteliste der Osteopathen lang - ich bekam im Endeffekt nur durch eine Freundin die einen Osteopath kannte, schneller einen Termin. Darum empfehle ich, gleich nach der Geburt einen Termin zu vereinbaren. Oder sogar noch vor der Geburt. Denn ob Schreibaby oder nicht - gut tut das bestimmt jedem neuen Erdenbürger. 


So, das waren vier kleine Helfer, die ich mit guten Gewissen empfehlen kann. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie all jenen Familien etwas Zeit zum durchatmen schenken, die gerade den selben lauten, holprigen Weg gehen, wie wir es taten. Und ich hoffe, dass meine Worte zu jenen Familien finden, die sie brauchen: Es geht vorbei. Ich verspreche es bei all den Sorgenfalten, die mir mein Joel die ersten Wochen bescherte. Weint! Lacht! Schreit! Stöpselt euch die Ohren zu! Hört gute Musik! Esst Schokolade - ganz viel davon! Nehmt jede Hilfe an! Und dann, irgendwann, von einem Tag auf den anderen, ist sie plötzlich da: die himmlische Ruhe.

Und damit dieser Mutmach-Text hoffentlich ganz viele Familien erreicht, bitte ich euch, ihn zu teilen so oft es geht.  

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