Baby's Beikost | Die Tipps einer Expertin

14.12.2017


Augenringe verbinden. Klingt lustig - trifft unter uns Mamas doch trotzdem irgendwie zu. Zwischen mir und der Diätologin Susanne Dirisamer war das definitiv so: kennen gelernt hab ich sie über meinen Mann, kurzerhand beschloss ich, mich von ihr Ernährungs-technisch etwas beraten zu lassen und da saßen wir dann schließlich bei Kaffee, blickten uns in unsere Schatten-untermalten Augen und klagten uns unser Leid über lange Nächte und andere Wehwehchen. Ganz nebenbei erklärte mir Susanne - schnunkelnd mit ihrem Sohnemann im Arm - alles über eine ausgewogene Ernährung als Mama und wie ich das im Alltag hinbekommen würde. Dazu aber ein andermal mehr. 

Denn heute ist Susanne bei uns, um uns fünf Do's und Dont's zum Thema Beikost zu erklären. Mir hat sie das bereits vor ein paar Wochen. Da kam sie bepackt mit jede Menge Gemüse und ihrem kleinen, gut aussehenden Assistenten und mischte unsere Küche ordentlich auf. Herrlich war das! Und das tollste: wir machten uns aus, dass sie zukünftig viel öfter für euch interessante Beiträge zum Thema Ernährung schreibt. Solltet ihr also spezielle Wünsche haben, hinterlasst eure Anregungen einfach in einem Kommentar. Und nun: Herzlich Willkommen liebe Susanne, schön, dass du hier bist!


Wie Anna ja schon erwähnte, verbinden uns neben unserer Liebe zum Kochen und unserer Vorliebe für hochwertige Lebensmittel vor allem unsere fast gleichaltrigen Söhne. Genauso wie die Höhen und Tiefen des Mutter-Seins. Da tut es gut, sich mit jemandem auszutauschen, den Themen wie Schlafen (oder Nicht-Schlafen), Stillen und Zeit für einen selber zu finden ebenso beschäftigen wie mich. So auch das Thema Beikost. Als Diätologin befasse ich mich von Berufswegen mit Ernährung. Spätestens seit mein kleiner Sohnemann ins Beikost-Alter gekommen ist, beschäftigt mich seine Ernährung ganz besonders. Und es gibt viel zu diesem Thema zu sagen! Ich fasse für euch an dieser Stelle mal die wichtigsten Do’s und Don’ts zusammen.


Was bedeutet Beikost überhaupt? 
Zur Beikost zählen prinzipiell alle Lebensmittel und Flüssigkeiten außer Muttermilch und Flaschennahrung, die das Baby während des ersten Lebensjahres bekommt. Also Löffelkost, Fingerfood und Getränke. Empfehlenswert ist es, nach dem 4. Lebensmonat mit dem Essen zu beginnen. Aber kein Stress, wenn eure Zwerge nicht gleich hellauf begeistert sind. Beikost essen will gelernt sein. Immerhin soll die Zunge plötzlich alles nach hinten schieben und nicht nach vorne Drücken (ja, ein völlig neuer Mechanismus). Und dann schmeckt das Zeug auch noch völlig ungewohnt!

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Manche Kids brauchen eben länger! Als Ernährungsexpertin wollte ich bei meinem Wonneproppen natürlich alles richtigmachen und habe mir selber mächtig Druck gemacht. Nur mein Kleiner spielte bei meinem Vorzeigeprojekt so gar nicht mit. Er war mit 5 Monaten einfach noch nicht so weit. Ich ließ mich nicht entmutigen und versuchte es weiter. Jetzt, mit 11 Monaten, zeigt er schon mehr Begeisterung, aber so richtig ist der Funke noch nicht übergesprungen. Aber das kommt noch, bestimmt.

Die schlechte Nachricht: Es gibt kein Patentrezept dafür, wie die Beikost am besten beim Nachwuchs ankommt. Die gute: Ein paar Do’s and Dont’s, die den Kleinen den Start erleichtern, gibt es aber doch. Und die gehen so:


Do‘s

1. Viele Babys haben eine prinzipielle Abneigung gegen neues und unbekanntes Essen. Deshalb müssen neue Lebensmittel im Durchschnitt 10 bis 16 Mal angeboten werden, bevor die Kleinen auf den Geschmack kommen.

2. Ab dem 6. Lebensmonat brauchen die Kids Eisen- und Zinkquellen. Zu empfehlen sind Rind-, Kalb- und Schweinefleisch, Getreide, Hülsenfrüchte und Hühnereier.

3. Ab dem 10. Lebensmonat sollte der Nachwuchs regelmäßig trinken. Wasser ist ideal, auch Früchtetees eigenen sich. Kräutertees sollten jedoch gemieden werden, da viele Kräuter wie Medikamente wirken können.

4. Über den Tag verteilt sind 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten empfehlenswert. Damit das Baby genug Energie bekommt, sollten bei den 3 Haupt(brei)mahlzeiten immer 1-2 TL hochwertiges Öl dabei sein. Dafür eignen sich Oliven-, Raps-, Lein-, Walnuss- oder Weizenkeimöl.

5. Kuhmilch kann 1x/Tag in kleinen Mengen für die Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis verwendet werden. Sie sollte aber im 1. Lebensjahr auf keinen Fall als Trinkmilch gegeben werden! Statt Kuhmilch bieten sich auch Joghurt oder Buttermilch an.


Don‘ts

1. Baby’s Geschmackssinn unterscheidet sich von dem eines Erwachsenen. Beikost darf daher nicht nach eigenen Vorstellungen abgeschmeckt werden. Das könnte einen negativen Einfluss auf die Geschmacksentwicklung haben!

2. Nicht entmutigen lassen, wenn der Brei nicht gegessen wird. Einfach immer wieder anbieten und die Sorten variieren. Es schmeckt ja auch plötzlich alles anders.

3. Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Empfohlen werden weniger Pute oder Huhn, dafür mehr Kalb-, Rind-, Schwein- und Lammfleisch. Da steckt einfach mehr Eisen drin.

4. Finger weg von Honig, Salz, Zucker, verarbeitete Fleischwaren (z.B. Schinken, Speck), scharfen Gewürzen und rohen Speisen – vor allem bei Ei, Fisch und Fleisch. Auch ganze und grob gehackte Nüsse und Erdnüsse sollte man meiden – es besteht Erstickungsgefahr!

5. Nicht täglich Fleisch servieren. Ideal sind 2-3x/Woche (frisches) Fleisch, 1x/Woche heimischen Fisch und Hülsenfrüchte! Achtung: Die Fleischmenge in den Gläschen ist meist sehr gering, daher sollte man bis zu 5 fleischhaltige (Menü-)Gläschen pro Woche geben. Dann müsst ihr euch keine Sorgen machen, dass euer Schatz zu wenig Eisen mit der Nahrung aufnimmt.


Zu guter Letzt noch das 1x1 der B(r)eiküche:

Pikanter Brei:

100 g Gemüse

+ 50 g Kartoffel/ Süßkartoffel oder 20 g Flocken/Grieß/Nudeln

(+ 30 g Fleisch/Fisch oder 1 Ei oder 85 g Hülsenfrüchte)

+ 10 g Öl

Milch-Getreide-Brei:

100 – 200 ml Kuhmilch

+10-20 g Flocken/Grieß

(+ 50 – 100 g Obst)

Noch Fragen? Bitte nur her damit. Ich wünsche euch viel Spaß und Freude in der Breizeit.

Alles Liebe,
Susi

Kommentare

  1. Liebe Susanne, das ist ein super Beitrag... vielen Dank!!!!! Ich würde mich in Zukunft sehr über die tipps freuen die du Anna bereits gegeben hast!! Also wie man sich als Mama ausgewogen ernährt! Das ist nicht immer so einfach im Alltag :-) weiter so! Liebst, Marie

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  2. Ich bin was den Beitrag angeht ein wenig zwiegespalten, einige Infos finde ich gut, aber ich finde es fehlt der Hinweis auf sowas wie die Beikostreifezeichen und das Stillen/Pre-Nahrung unter einem Jahr die Hauptmahlzeit ist und Beikost auch nur als ‚Beigabe‘ gesehen wird und nicht die einzelnen Mahlzeiten ersetzen soll (Für das Wasser gilt das gleiche - bei genügend Muttermilch/Pre muss(!) das Kind gar kein Wasser trinken - es ist eher ein ausprobieren)

    Die folgenden Seiten fand ich zu dem Thema sehr interessant

    http://www.stillen-institut.com/de/beikost-empfehlungen.html

    http://www.drfischeronline.com/218/gestillten-babys-droht-kein-eisenmangel/

    Ansonsten finde ich es gut das auch mal so ein Thema aufgegriffen wird ������

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    1. Hallo! Vielen Dank für deine Anregungen! Du hast vollkommen recht, es fehlen ein paar wichtige Hinweise. Aber ich musste das Thema etwas eingrenzen, da es sonst an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Ich stimme deinen Anmerkungen voll und ganz zu. Danke auch für die Site-Empfehlungen!
      Derzeit aktuelle (und wissenschaftlich fundierte) Infos zum Thema Ernährung in der Schangerschaft/Stillen/Beikost usw. findet man auch hier: https://www.richtigessenvonanfangan.at
      Alles Liebe,
      Susi

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