Mama-Diary | Hätte mir jemand erzählt...

07.02.2018

Kennt ihr diesen Satzanfang der heutigen Headline? Seitdem ich Mama bin, verwende ich ihn oft. Sehr oft. Er endet meist mit "...ich hätte es nicht geglaubt" und einem Schmunzeln. Manchmal auch anstatt des Schmunzelns, mit einer Sorgenfalte mehr. Wie jetzt. Denn hätte meinem kinderlosen Ich vor etwa sieben Jahren mal jemand gesagt, dass ich irgendwann froh sein werde, einfach mal nur schnell aufs Klo gehen zu können, ich hatte es nicht geglaubt. Ich hätte es nicht geglaubt, hätte man mir erzählt, welch Luxus es ist, das Badezimmer stresslos zu betreten. Vor allem wenn Kinder krank sind. Hätte man mir erzählt, wie schnell meine Reaktion mal sein wird, wenn ich ein sich gleich übergebendes Kind erkenne. Wie ich sofort weiß, wo das nächste Gefäß steht, um die Sauerei aufzufangen. Wie ich während dessen sogar nachdenke, ob ich einen Haargummi bei der Hand habe, um die Haare meiner Tochter schnell zusammen zu knoten. Hätte man mir das erzählt, ich hätte es nie geglaubt. Ich hätte gelacht und wäre mir sicher gewesen: niemals!

Mein Magen sei doch so empfindlich, hätte ich geantwortet. Doch stattdessen habe ich gelernt, aus einem Mulltuch blitzschnell einen Geruchsdämpfer für mich zu machen. Sehe quasi immer wie ein Bankräuber aus, wenn sich meine Kinder neben mir übergeben. Ja, manchmal singe ich sogar dabei. Irgendwie ist singend nämlich alles halb so schlimm. Ich handle ganz intuitiv. Immer zum Wohl meiner Kinder. Reihe mich nicht in die 2. Reihe. Nein, auch nicht in die 3. oder 4. Ich reihe mich ganz hinten ein, um meine Familie zu pflegen, zu schützen.

Um für sie gegen Bakterien und Viren zu kämpfen, egal wie schwarz die Ringe unter meinen Augen sind. 

Ich freue mich über kleine Momente. Ein tiefes Ein- und wieder Ausatmen auf der Terrasse. Dabei die Augen schließen und wissen: alles geht vorbei. Ein Frühstück - wenn auch ziemlich verspätet - bei dem ich den Kaffee doch tatsächlich warm trinken kann, weil mal alle gleichzeitig eingeschlafen sind. Dabei esse ich ein Marmeladebrot. Lausche dem schnellen Fieber-Atem meiner Kinder. Streiche immer wieder sanft über ihre Wangen. Brauche kein Thermometer, um zu wissen wie hoch das Fieber ist. Das hab ich meinen Lippen. Ich küsse meine Kinder. Weiß genau was sie brauchen. Auch wenn es nur der nächstgelegene Eimer ist. Hätte mir das jemand mal gesagt. Hätte mir jemand so von meinem Leben als Mama erzählt - ich hätte es nicht geglaubt.

Kommentare

  1. oh, wie wahr! hatte tränen in den augen..so erschöpft in krankheitsphasen und dennoch so dankbar, mutter sein zu dürfen. es gibt im leben nichts sinnvolleres. danke!

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  2. So schön geschrieben! Und so anstrengend diese Phasen für alle Beteiligten sind, so schön ist es doch auch mit seinem Fieberkind im Arm auf dem Sofa zu liegen. Einfach nur da zu sein, das läd die Akkus wieder auf.

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  3. Ich finde es immer wieder faszinierend, was wir Mamas aus Intuition raus für unsere Kinder "leisten" können. Danke, dass du noch die Zeit für uns findest. Gute Besserung und ganz liebe Grüsse,Cathérine

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  4. Liebe Anna,

    die ganze Woche wollte ich schon Deinen Artikel lesen...

    Aber ich komme zu nichts... brauch ich Dir ja nicht erklären wieso...

    Von den eigenen Halsschmerzen abgesehen, über meine Sorge unseres Jüngsten, zu zwei Jungs mit Kehlkopfentzündung und davon einer noch mit Beinbruch... fordert mich unser Alltag im Moment mehr denn je... und auch ich kann das sagen...niemals hätte ich das gedacht


    Wir stellen uns ständig neuen Aufgaben... neuen Herausforderungen... Stellen uns hinten an... aus Liebe zu unseren Kindern�� und hoffen, dass alles vorbei geht, alles wieder gut wird���� unsere größte Bitte

    Heute kam Dein Post auf Insta... DU, Deine Kreativität und Deine tolle Familie sind für mich der Hauptanlass gewesen,hier im Netz so aktiv zu werden... ich hab heut mal in SLI in meinen Nachrichten geschaut... schon seit 2012 kennen wir uns auf jeden Fall...

    Ich wusste heute sofort, dass was passiert sein muss...

    Liebe Anna, Dein Post hier ist so ehrlich... so wahr und als Du ihn am Mittwoch veröffentlicht hast wusstest du niemals was Dich wohl noch an diesem Tag erwartet...

    Aber so ist unser Mamileben... unvorhersehbar, voller Liebe und voller Herausforderungen...

    Ich habe hier die Kerze brennen... für JOEL ���� für Dich und eure Familie��

    Ich schicke euch unendlich viel Kraft, Hoffnung und bete, dass alles wieder gut wird��

    Ich hoffe, dass Du in einiger Zeit einen Post veröffentlichen kannst, der von einem “leichteren“ Mamileben berichten wird... dies wünsch ich Dir ... gerade, weil ich Dir schon Jahre folge und weiß, was all diese Herausforderungen bedeuten...

    Alles, alles Liebe für JOEL & Euch��

    Denk dran, was noch nicht gut ist, ist noch nicht zu Ende...

    Alles wird wieder gut, ganz bestimmt��

    Lg carina

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